2021 Hierschttour 2 Oktober
Herbstliche Stimmung und viele Umleitungen
Viele Clubmitglieder hatten sich den Samstag 2. Oktober 2021 fest in den Kalender einge- tragen, um an der letzten gemeinsamen Aus- fahrt der Saison teilzunehmen. Die Vorfreude auf dieses Treffen war groß, wurde aber auf mancherlei Weise getrübt.
Vorstandsmitglied Patrick Wehr hatte mit genügend zeitlichem Abstand die Route ausgewählt und das Roadbook erstellt. Das war gegen Ende des Kollektivurlaubs im Bauwesen – da war die Welt der Straßen noch in Ordnung. Als wir einige Tage vor der Aus- fahrt die Strecke zur Kontrolle noch einmal abfuhren, waren die fleißigen Arbeiter des Straßenbaus aus der Urlaubsstarre erwacht, und die erste Hälfte der Strecke war mit Ab- sperrungen und Umleitungen gespickt. Da blieb nur noch eins: Wieder von vorne anfangen und eine neue Route suchen, was nach ei- nigem Hin und Her dann schließlich gelang. Der gewählte Tag war im wahrsten Sinne des Wortes getrübt, denn das Wetter bescher- te uns Nebel und Regen. Die 52 Teilnehmer wurden bei einsetzender Herbstwitterung am Park & Ride Junglinster, wo der Start erfolgte, ordentlich abgekühlt und angefeuchtet. Zu- sätzlich musste sich unser Clubvorsitzender Jean-François Zimmer mit einer Hiobsbotschaft an uns wenden. Unser langjähriges Mitglied und regelmäßiger Teilnehmer an unseren Ausfahrten, Raoul Roos, der auch zu dieser Tour angemeldet war, war nur wenige Tage vorher völlig unerwartet gestorben.
Nach einer kurzen Gedenkminute an unseren Clubfreund konnte die Hierschttour dann trotz bedrückter Stimmung starten. Auf gewundenen Wegen ging die Tour über Berg, Manternach, Bech, Breidweiler und Christnach in Richtung Fels. Auf rund 5 km kreuzten wir die „Luxembourg Classic“, die auch an diesem Tag dieselbe Gegend erkundete und in Fels einen Kontrollpunkt eingerichtet hatte, wo die Teilnehmer einen Stempel ins Fahrtenbuch bekamen. Das war eine nette Abwechslung für uns, und so bekamen wir einen Großteil der teilnehmenden Fahrzeuge dieser Veranstaltung zu Gesicht.
Ab Fels steuerten wir den Norden des Landes an, legten aber schon nach 10 km eine Pause in Diekirch ein, wo eine Besichtigung des Mi- litärmuseums auf dem Programm stand. Für die einen von uns war es ein Wiedersehen, für andere ein erstes Kennenlernen dieser Einrichtung: auf 30.000 qm werden anhand von rund 100.000 Ausstellungsstücken, vom kleinsten Artefakt bis zum ganzen Panzer, die Gräuel des Krieges im allgemeinen, und vor allem aber diejenigen der Ardennenoffensive thematisiert.
Nach diesem zum Nachdenken anregenden Zwischenstopp setzte sich unsere Fahrzeugkolonne wieder in Bewegung, wobei allerdings kurz nach Diekirch für einen der Teilnehmer die Fahrt wegen eines Defektes am Fahrzeug abrupt zu Ende war. Nachdem sein Auto zur nahen Werkstatt abgeschleppt worden war, konnte der Fahrer dann doch als Passagier bei anderen Teilnehmern die Tour zu Ende mitfahren. Nach einer mit 105 km etwas längeren Teiletappe, legten wir in Heinerscheid eine Pause ein, wo wir im Restaurant „Cornelyshaff “ zu Mittag aßen.
Die Nachmittagsetappe verlief planmäßig. Der Nieselregen des Vormittags hatte nicht lange angehalten, aber der Himmel blieb den ganzen Tag trüb. Leider konnten wir die schönen Aussichten nicht so genießen wie bei gutem Wetter. Clerf, Drauffelt und Wiltz lagen auf unserer Strecke, bevor wir Esch- Sauer erreichten, wo wir an der Staumauer eine Pause einlegten, um uns die Beine zu vertreten und Kontakte zu den Clubfreunden zu pflegen.
Die letzten 50 km der Tour warteten dann doch noch mit zwei kurzfristig eingerichteten Umleitungen auf. Arsdorf, Rambrouch, Saeul und Schweich waren einige Orte, die wir durchquerten, bevor wir Beckerich erreichten. Diejenigen, die sich noch nicht aus der Kolonne ausgeklinkt und den Nachhauseweg angetreten hatten, ließen im Restaurant „An der Millen“ den Tag gemütlich ausklingen. Um den Mühlenbach von oben aufzufüllen, hatte der Wettergott seine Schleusen kurz vorher wieder geöffnet, so dass der Tag so nass aufhörte, wie er begonnen hatte.
TEXT UND FOTOS Guy M.
