2019 Summertour 28 July

Summertour in die Vergangenheit

Die Summertour ist schon seit Jahren ein fester Termin in unserem Jahreskalender. So auch in diesem Jahr, wo wir uns am Sonntag, dem 28. Juli vor dem Gebäude des Automobilclubs in Bartringen zum Start aufgestellt hatten. Nach der obligatorischen Stärkung in Form von Café-Croissants setzte sich unsere Kolonne in Richtung belgische Grenze in Bewegung. Über Athus führte uns das Roadbook nach Avioth, wo die im 14. Jahrhundert erbaute und in den Stand einer Basilika erhobene gotische Kirche im Flamboyantstil mit charakteristischem Vorbau manchen überraschte, erwarten doch die meisten Besucher kein solches architektonisches Meisterwerk in solch einem kleinen Dorf mitten im Nirgendwo. Ob der erstaunlich gute Erhaltungszustand der abgeschiedenen Lage fernab strategischer Stellungen mit kriegerischen Bedrohungen und industrieller Großanlagen mit korrosiven Emissionen zu verdanken ist, bleibt eine Vermutung.

Als nächste Etappe war Montmédy mit seiner beeindruckenden, bis in die heutige Zeit bewohnte Zitadelle unser nächstes Etappenziel im französischen Grenzgebiet. Nicht nur die ausgedehnten gut erhaltenen militärischen Anlagen, sondern auch deren historische Bedeutung fesselten die Aufmerksamkeit der Besucher. Am Platz des Geschehens erinnerte sich wohl mancher, dass er vor Jahren im Geschichtsunterricht gehört hat, dass der Franzosenkönig Louis XVI seine Flucht vor den Revolutionsschärgen über Montmédy geplant hatte und, dass er dann doch unweit von Montmédy von seinem Schicksal eingefangen wurde. Sein Ende unter der Guillotine war dann auch das Ende des „ancien régime“. Nach so viel geistiger Stärkung mit Architektur und Geschichte war Mittagspause im nicht weniger geschichtsträchtigen Renaissancestädtchen Marville angesagt. Körperlich ebenfalls gestärkt ging es weiter mit einer überaus interessanten Führung durch die mittelalterliche und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweiterte Kirche.

Abschließend besuchten wir den 2 km außerhalb des Ortes gelegenen Friedhof mit seiner auf die romanische Zeit zurückreichenden Kirche und den aus den XV bis XVIII Jahrhundert datierenden Gräbern. Das berühmte Ossuarium mit den Gebeinen von über 40.000 Verstorbenen früherer Jahrhunderte war zurzeit wegen Restaurierungsarbeiten leer geräumt und seines makabren Inhaltes beraubt. Am späten Nachmittag besuchten wir noch die Anlagen des Schlosses „Le Clos de Lorraine“ in Cons-la-Grandville, wo wir unsere Fahrzeuge im Schlosshof ausstellten. Diese kulturelle Reise in die Gotik und die Renaissance, während der sich der Wettergott erfreulicherweise von seiner gnädigen Seite zeigte, fand ihren kulinarischen Abschluss im Restaurant Celula in Bettemburg, dessen Gebäude den älteren unter uns noch wohl durch seine erste Bestimmung als Großmolkerei bekannt ist.

Text & Fotos: Guy MÜLLER