2018 Summertour 21 Juli

Monschau und der Komplex „Vogelsang“ standen auf dem Programm

Am 29. Juli fanden sich 51 Teilnehmer des MBCL in der Jugendherberge in Echternach ein, um gemeinsam zu frühstücken und somit den Auftakt der diesjährigen Sommertour einzuleiten. Obwohl sich das Datum mitten in den Sommerferien befand, waren die Organisatoren um Clubmitglied Michael Bisdorf und die Familie Scuri doch recht überrascht von der großen Teilnehmerzahl. Nach dem Briefing und dem Verteilen der Roadbücher, starteten wir in Richtung Monschau. Eine kurzfristige Umleitung konnte die gute Laune nicht verderben, das Sommerwetter begleitete uns durch die wunderbaren Landschaften.

Ein Zwischenstopp wurde am Parkplatz bei der Oleftalsperre eingelegt, Die Stauanlage Oleftalsperre befindet sich in der Nähe des Nationalparks Eifel bei Hellenthal im Naturpark Hohes Venn-Eifel. Erbau zwischen 1954 und 1959, dient sie dem Schutz der umliegenden Gemeinden vor Hochwasser und zur Trinkwassergewinnung: das Staubecken fasst rund 20 Millionen Kubikmeter und wird von dem Fluss Olef gespeist.

Zur Mittagszeit erreichte unsere Gruppe Monschau, wo wir im Restaurant „Schnabeleum“ ein ausgezeichnetes Menu verkosteten. Als erste Etappe am Nachmittag fuhren wir nach Schleiden-Gemünd zum Berg Erpenscheid. Dort befindet sich die Ordensburg Vogelsang, ein von den Nationalsozialisten errichteter Gebäudekomplex. Die Anlage diente der NSDAP zwischen 1936 und 1939 als Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders. Der unter Denkmalschutz stehende Teil der Bauwerke umfasst eine Bruttogeschossfläche von mehr als 50.000 Quadratmeter und gilt nach den Parteitagsbauten in Nürnberg mit fast 100ha bebauter Fläche als die größte bauliche Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex von britischen Streitkräften übernommen, die im umliegenden Gelände auf 6.354 ha den Truppenübungsplatz einrichteten. Von 1950 bis Ende 2005 wurde die Infrastruktur von belgischen Militärstreitkräften übernommen, die unter dem Namen „Camp Vogelsang“ dort eine Kaserne einrichteten und diese und den Truppenübungsplatz bis 2005 nutzten bzw. verwalteten. Seit dem 1. Januar 2006 ist die Anlage wieder der Öffentlichkeit als „Vogelsang Internationaler Platz“ zugänglich, nachdem die militärische Nutzung aufgegeben worden ist. Ein Teil der umliegenden Flächen ist durch Rad- und Wanderwege erschlossen. Ein temporäres Besucherzentrum mit Restauration wurde 2006 in der ehemaligen Kantine der Burg (Ostflügel) eingerichtet und 2008 erweitert. 2011 wurde das belgische Truppenkino aus den 1950er Jahren saniert. Dort befand sich dann das temporäre Besucherzentrum bis zur Fertigstellung des neuen Forums, das von 2012 bis 2016 erbaut wurde. Außerhalb der Ordensburg, im ehemaligen Truppenlager Schelde von Camp Vogelsang, werden seit Anfang 2017 Flüchtlinge untergebracht.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Anlagen fuhr unsere Gruppe weiter in Richtung Euskirchen und Malmedy, durch St. Vith und überquerte die Grenze in Weiswampach. Gegen 19 Uhr trafen wir am Parkplatz des „Centre de formation pour conducteurs“ in Colmar-Berg ein und verbrachten den Abend in dem dort gelegenen Restaurant.

Text: Jean-François ZIMMER
Fotos: Guy MÜLLER, Paul ORIGER & Michael BISDORF